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Multi-Agent Systeme erklärt

Grundlagen · 7 min

📋 Auf einen Blick

Ein Multi-Agent System (MAS) nutzt spezialisierte AI-Agenten, die parallel arbeiten und sich über ein Kommunikationsprotokoll koordinieren. Vorteile gegenüber einem einzelnen LLM: echte Arbeitsteilung, Memory pro Agent, klare Rollen und Verantwortung.

Ein Multi-Agent System (MAS) besteht aus mehreren autonomen AI-Agenten, die gemeinsam komplexe Probleme lösen. Im Vergleich zu einem einzelnen LLM kann ein MAS parallel arbeiten, Aufgaben aufteilen und Ergebnisse über ein definiertes Kommunikationsprotokoll zusammenführen.

Single Agent vs Multi-Agent System — Vergleich
Single Agent vs Multi-Agent: Warum Arbeitsteilung bei AI-Systemen besser funktioniert

Warum mehrere Agenten?

Ein einzelnes LLM ist wie ein Generalist — es kann viel, aber nichts wirklich perfekt. Multi-Agent Systeme nutzen das Prinzip der Arbeitsteilung:

Single-LLM Problem

  • Kontext-Fenster ist begrenzt
  • Keine echte Parallelität
  • Vergisst Details zwischen Tasks
  • Keine Spezialisierung

Multi-Agent Vorteile

  • Spezialisierte Agenten pro Aufgabe
  • Echte Parallelarbeit
  • Memory pro Agent (und/oder shared)
  • Klare Rollen und Verantwortung
Multi-Agent Architektur-Muster — Hierarchisch, Peer-to-Peer, Pipeline
Multi-Agent Architektur: Hierarchisch, Peer-to-Peer und Pipeline im Vergleich
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Architektur-Muster

1. Hierarchisches Modell

Ein Manager-Agent delegiert Aufgaben an spezialisierte Worker-Agenten. Unser Team funktioniert so: Manager-Agent (Manager) → Developer-Agent, Infrastructure-Agent, QA-Agent (Worker).

2. Peer-to-Peer Modell

Agenten kommunizieren gleichberechtigt. Bei komplexen Problemen stimmen sie sich untereinander ab. Für kleinere Teams oder spezifische Tasks.

3. Pipeline-Modell

Agenten arbeiten sequenziell — die Ausgabe von Agent A wird zur Eingabe von Agent B. Gut für linear aufgebaute Workflows.

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Kommunikationsparadigmen

ParadigmaBeschreibungUse Case
BlackboardGemeinsamer Speicher, alle lesen/schreibenBrainstorming
Message PassingDirekte Nachrichten zwischen AgentenDelegation
Contract NetTask ausschreiben, Agent bietetDynamic workloads
Publish/SubscribeAgenten abonnieren TopicsEvent-driven

Unser Setup in der Praxis

Wir nutzen Team-Chat als Message Bus. Das funktioniert so:

Beispiel: Feature-Request

User postet in #echo_log:
"Neue Feature: Dark Mode für Dashboard"

Manager-Agent (Manager) → priorisiert:
→ Developer-Agent: Frontend-Implementation
→ Infrastructure-Agent: CSS/Styling Review
→ QA-Agent: Screenshot-Tests

Developer-Agent → setzt um → postet PR
Infrastructure-Agent → reviewed → approved
QA-Agent → tested → passed

Manager-Agent → merged → posted "Fertig"

Herausforderungen

  • Koordination: Agenten können sich in die Quere kommen
  • Konsistenz: Verschiedene Agenten können widersprüchliche Infos haben
  • Fehler: Ein fehlerhafter Agent kann die gesamte Kette beeinflussen
  • Monitoring: Es muss klar sein, welcher Agent was gemacht hat

Best Practices

  1. Klare Rollen definieren — jeder Agent weiß, wofür er zuständig ist
  2. Gemeinsames Memory-System nutzen für Wissen, das alle brauchen
  3. Message-Format standardisieren (wir nutzen Markdown)
  4. Guardrails einbauen — Agenten dürfen nichts Destruktives ohne Bestätigung
  5. Alles loggen — Audit-Trail ist essentiell für DSGVO
💡 Praxis-Tipp

Starte mit 2-3 Agenten (Manager + 1-2 Worker). Erst wenn die Koordination stabil läuft, weitere hinzufügen. Zu viele Agenten ohne klare Rollen führen zu Chaos, nicht zu Produktivität.

Zusammenfassung

Multi-Agent Systeme sind mächtiger als einzelne LLMs, aber sie brauchen Struktur. Mit klaren Rollen, einem Kommunikationsprotokoll und dem richtigen Tooling kannst du ein Team aufbauen, das autonom arbeitet — und das alles lokal und DSGVO-konform.

Quellen

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